Burg und Schloss Wagegg

Ruine Wagegg Tafel
Ruine Wagegg Tafel

Im „Wagegg-Zimmer“ des Börwanger Heimathauses dreht sich alles um die Burg und das Schloss Wagegg, den Bauernkrieg, den Wagegger Weiher und mehr.

Ritter Walther von Wagegg
Ritter Walther von Wagegg

Nur noch wenige Reste erinnern an die einst stolze Burg Wagegg (erstmalig im Jahre 1170 erwähnt) und das prachtvolle Barockschloss Wagegg, (erbaut ab 1715 unterhalb des Wehrturms der Burg), auch als Schloss Fürstenlust bekannt, mit Tierpark, Garten (angelegt im Jahre 1726) und Weihern.

Die Schlossanlage Wagegg wurde 1806/07 für 7.188 Gulden zum Abbruch verkauft. Zur Burg Wagegg gehörte auch eine Burgmühle, die unweit gelegene „Vögelesmühle„.

Hätten Sie’s gewusst?

Der Schweizer Franz Schelbert hat hier, in der damals anliegenden Käserei im Gutshof, im Jahre 1810 den ersten Emmentaler im Allgäu hergestellt.

Bekannte Besitzer und Meilensteine der Burg Wagegg:

– 1170 Walther von Wagegg

– 1176 – 1374 Die Marschälle des Stiftes Kempten hatten die Ritterherrschaft inne

– 1350 (als Pfand) Bertold der Motzen und seine Ehefrau Agnes von Prasberg, danach, als Vermächtnis der Ehefrau, wieder das Fürststift

– 1353 bis 1374 Fürststift Kempten

– 1374 kaufen die Herren von Schellenberg die Burg für 3200 Pfund vom Fürststift Kempten ab

– 1466 Erzherzog Sigismund von Österreich, der 1469, aus Geldnot, die Burg an die Herren von Laubenberg zu Laubenbergerstein verpfändete

– 1525 Bauern im Zuge des Bauernkiegs

– 1579 – 1581 „Jude Simon aus Untergünzburg“

– 1581 – Fürststift Kempten, geplündert 1632. Danach zunnehmender Verfall.

– ab 1715 Fürstabt Rupert I. von Bodman (* 1646 in Steißlingen, † 10. November 1728 in Kempten), der auch das Kornhaus, das Alte Brauhaus, das Kloster Heiligkreuz und die Stiftsbleiche in Kempten erbaute. Er realisierte das Schloss Wagegg.

– 1761 Bau eines Jagdschlösschens nahe der Burg

– 1785 – 1793 Fürstabt Rupert von Neuenstein (* 16. Mai 1736 in Meßkirch, † 8. August 1793 in Marktoberdorf). Erweiterung der Gartenanlagen des Wagegger Schlosses und Installation von Wasserspielen sowie Anlage künstlicher Weiher.

– Fürstabt Honorius Roth von Schreckenstein (* 20. September 1726 in Immendingen, † 16. November 1785 in Kempten)

– 1796 Plünderung des Schlosses durch die Franzosen

Im Jahre 1807, nachdem die Burg 1806 im Zuge der Säkularisation an den Freistaat Bayern fiel, wurde das Hauptgebäude des Schlosses abgerissen, der letzte Seitenflügel wurde 1851 abgerissen. 1908 folgte der Abriss des Gutshofs und 1967 endete letzlich auch die Geschichte des naheliegenden Jagdschlösschens (erbaut 1761).

1976 führte das Forstamt Betzigau eine Notsicherung der Wagegger Burgruine durch.

Jagdschloss Wagegg
Jagdschloss Wagegg

Die Ruine befindet sich oberhalb der Strasse Börwang – Wildpoldsried, nahe der Schlossgaststätte Wagegg, die früher das alte Wachthaus der Schlosses Börwang war.

Unterhalb der Burg befinden sich Höhlen (heute verschlossen), von denen vermutet wird, dass sie von den Burgbewohnern als unterirdische Fluchtwege genutzt wurden.

Ruine Wagegg Tafel
Ruine Wagegg Tafel

Früher hätte man mit dieser brisanten Veröffentlichung ein Problem bekommen:
Die „geheimen“ Baupläne von Schloss Wagegg aus dem Jahre 1715.

Bauplan Schloss Wagegg
Bauplan Schloss Wagegg

Bauplan Schloss Wagegg

Bauplan Schloss Wagegg
Bauplan Schloss Wagegg
Bauplan Schloss Wagegg
Bauplan Schloss Wagegg
Bauplan Schloss Wagegg
Bauplan Schloss Wagegg

wagegg

So herrlich ist die Aussicht auch heute, von der Ruine Wagegg
So herrlich ist die Aussicht auch heute, von der Ruine Wagegg
Aussicht von Wagegg
Aussicht von Wagegg